Martin Feldmann liefert mit STERNTOR Waren und Dienste CO2-frei mit dem Lastenrad.

Auf den Gründer aus Gelsenkirchen wurde ich im Rahmen der STARTupRUHR Demo Night im September aufmerksam. Lokal liefern per Drahtesel? Ein tolles Konzept, das mich neugierig gemacht hat! Deshalb habe ich genauer nachgefragt. Im Interview erzählt Martin mehr über STERNTOR, seine Motivation zum Gründen und seine Vision.

Wie kam es zu der Gründung deines Lieferservices?

Nach einem Familienurlaub in Holland habe ich mir ein holländisches Lastenrad für meine drei Kinder gekauft. In den sozialen Medien habe ich dann entdeckt, dass in vielen modernen Städten bereits lokale und nachhaltige Transportkonzepte auf Basis solcher Lastenräder entstehen. Das wollte ich hier in meiner Region auch einfach ausprobieren.

Lokal und nachhaltig: Liefern per Fahrrad ist die Zukunft in den Innenstädten. Foto: Thomas Kaminski

Lokal und nachhaltig: Liefern per Fahrrad ist die Zukunft in den Innenstädten. Foto: Thomas Kaminski

Wie hat sich STERNTOR bislang entwickelt?

Ich betreibe STERNTOR derzeit im Nebenerwerb, und dafür ist von März bis heute schon sehr viel passiert. Natürlich erschrecke ich manchmal ob der ganzen Anlaufkosten, und es fehlen sicherlich hier und da noch ein paar Kunden. Aber das wird schon. Ich persönlich habe schon so viele tolle neue Leute kennengelernt, Kontakte geknüpft und Erfahrungen gesammelt, dass es einfach total schön ist, STERNTOR auf den Weg gebracht zu haben.

Vom Blumenstrauß bis zum Lebensmitteleinkauf: Martin Feldmann liefert mit seinem Lastenrad Waren und Dienste in Gelsenkirchen aus. Foto: privat

Vom Blumenstrauß bis zum Lebensmitteleinkauf: Martin Feldmann liefert mit seinem Lastenrad Waren und Dienste in Gelsenkirchen aus. Foto: privat

Was bist du denn von Beruf?

Ich bin von Hause aus Diplom-Kaufmann und arbeite seit fast 14 Jahren in der Energiewirtschaft. Vor zwei Jahren habe ich dann eine Ausbildung zum Systemischen Business Coach absolviert und möchte neben STERNTOR in Zukunft auch im Bereich Nachhaltigkeits-Coaching arbeiten.

Was hat dir in der Gründungsphase geholfen?

Ganz klar meine Coachin Nina Stromann, die mir viele innere Türen geöffnet hat. Alles beginnt mit einer starken und klaren inneren Haltung. Insbesondere, wenn man Dinge tut, die anderen etwas verrückt erscheinen. Ich erlebe mich selbst aber auch hin und wieder zweifelnd. Ein starkes “Warum” und eine Vision im Hinterkopf erinnern mich aber daran, dass es wichtig ist durchzuhalten.

Wo willst du mit STERNTOR hin, was ist dein unternehmerisches und auch ideelles Ziel?

Wenn sich STERNTOR in zwei Jahren trägt und noch etwas größer wird, wäre ich super happy. Darüber hinaus habe ich noch mehr Ideen im Kopf das Ganze zu erweitern, aber eines nach dem anderen.

Wie schätzt du denn die Situation für Gründer im Ruhrgebiet ein?

Ich glaube in erster Linie ist Gründen eine Sache, die sehr viel mit einem selbst zu tun hat. Externe Faktoren können natürlich hinderlich oder förderlich wirken. Komischerweise denken beim Gründen alle sofort an Berlin, München oder Hamburg. Ich glaube aber, dass gerade das Ruhrgebiet ein riesiges Potenzial hat.

Was würdest du anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Im Wesentlichen drei Dinge:

Sei Dir beim Gründen klar über das “Warum”. Wenn Du Dir diese Frage bisher noch nicht gestellt oder beantwortet hast, halte inne und tu es.

Genieße den Prozess. Es gibt kein Finale. Gründen und Selbständig sein ist eine Lebenseinstellung und man sollte sich lieber auf das Hier und Jetzt konzentrieren als auf idealisierte Zielvorstellungen.

Wenn Du an die Sache glaubst, zieh es durch. Hör auf Deine Intuition und lass Dich von anderen nicht beirren. Es kann durchaus einige Zeit dauern, bis Deine Idee angenommen wird.

Mehr Infor zu STERNTOR gibt es hier.

Foto im Header: Thomas Kaminski