Mit der App codedfood ermöglicht Heike Maria Bähr sorgenfreie Restaurantbesuche.

Kann ich das essen? Mit dieser Frage sind Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten täglich konfrontiert. Besonders schwierig wird die Entscheidung beim Essen auswärts. Um Allergikern die Entscheidung zu erleichtern, hat Heike Maria Bähr das Projekt codedfood entwickelt: Mit Hilfe einer App können Allergiker jetzt auf einen Blick erkennen, ob sie in einem Restaurant ein geeignetes Gericht finden. Auf dem diesjährigen RuhrSummit in Bochum hat mir die herzliche Duisburgerin mehr über den nützlichen Service erzählt.

Heike, du bist von Beruf Diplom-Pädagogin. Woher kam die Idee zu codedfood?

Ich wurde in Rumänien geboren und bin dort in einer deutschen Enklave unter sehr naturnahen Bedingungen aufgewachsen. Da wir Deutschen dort eher ungerne gesehen waren, zogen wir Anfang der 80er Jahre nach Duisburg. Dort entwickelte ich in ziemlich kurzer Zeit insgesamt 27 Lebensmittelallergien, unter anderem gegen Laktose und Gluten. Das hat mich mein gesamtes Leben lang beeinträchtigt. Eines Tages saß ich hungrig im Auto auf der kurzfristigen Suche nach einer schnellen Mahlzeit. Das war gar nicht so einfach! Da habe ich mich gefragt: Warum gibt es keinen Service, der mir einfach anzeigt, was und wo ich essen kann. Das war die Geburtsstunde von codedfood.

Wie hat sich codedfood bis heute entwickelt?

Ich bin mit der Idee zu einem Anwalt gegangen. Er riet mir damals, diese selber umzusetzen und nicht zu verkaufen. Anschließend habe ich mir ein Entwicklerteam gesucht, das die App nach meinen Vorstellungen programmiert hat. Seit April kann codedfood kostenlos in App Stores runtergeladen werden. Mittlerweile sind schon 15 Restaurant in Duisburg und Umgebung gelistet.

Wie funktioniert codedfood?

Vereinfacht gesagt zeigt codedfood auf einen Blick die Inhaltsstoffe der Gerichte eines bestimmten Restaurants an. Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten finden damit eine schnelle Orientierungshilfe.

Warum hat eine solche App gefehlt?

Zum einen hilft sie natürlich Allergikern, hier gibt es noch kein vergleichbares Angebot. Zum anderen habe ich festgestellt, dass die Gastronomen in punkto Unverträglichkeiten auch noch einen hohen Beratungsbedarf haben.

Wie profitieren die Gastronomen?

Zusammengefasst gewinnen sie mehr Kunden, denn in einer Gruppe von potenziellen Gästen entscheidet der Allergiker. Außerdem fehlen Restaurantbesitzern und Servicekräften im Tagesgeschäft oft die Zeit, ausführlich auf einzelne Bestandteile in Gerichten und deren Unverträglichkeiten einzugehen. Hier möchte ich Unterstützung bieten, denn die App kann vielen Fragen vorbeugen. Mit den Allergikerhinweisen in der App sind gleichzeitig die Anforderungen fürs Ordnungsamt erfüllt, und letztlich ist codedfood auch eine gute Werbeplattform.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Aktuell bin ich unterwegs, um weitere Restaurants für codedfood zu gewinnen. Zudem übernehme ich momentan noch den kompletten Support für die Gastronomen: Ich pflege die Inhalte der Allergikerkarten ein, das Restaurant prüft die Eingabe und fragt gegebenenfalls noch mal nach. So gewährleiste ich eine hohe Qualität. Auf mittlere Sicht sollen die Restaurants die Daten selber einpflegen können.

Was ist dein unternehmerisches Ziel mit codedfood?

Das gesamte Projekt ist eigenfinanziert und eher eine Herzensangelegenheit als ein kommerzielles Start-up. Vielmehr ist codedfood ein Sozialunternehmen und wird es auch immer bleiben. Ich möchte der Gesellschaft ein Stückchen zurückgeben, darum wird codedfood auch immer kostenlos bleiben. Das ist mein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Auf jeden Fall möchte ich codedfood deutschlandweit ausbauen und fest im Bereich Lifestyle installieren.

Mehr Informationen zu codedfood und die App gibt es unter https://codedfood.com.

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