Sascha Sohn und Dominik Kraatz stellen ihr Start-up Inzept3D vor.

An einem sonnigen Nachmittag im September treffe ich mich mit Sascha Sohn und Dominik Kraatz in ihren hellen Büroräumen einer stattlichen Villa im Bochumer Ehrenfeld. Bei einer Tasse Kaffee verraten mir die sympathischen Gründer, warum Inzept3D im Bereich der Architektur neue Maßstäbe setzt. Und wie sie mit viel Talent, harter Arbeit und einem Quäntchen Glück an den richtigen Stellen steil durchgestartet sind.

Was leistet Inzept3D?

Sascha: Inzept3D ist eine Kommunikations- und Visualisierungslösung für Architekten. Dank der browserbasierten Funktionsweise muss keine zusätzliche Software installiert werden. Der Kunde erhält also einen Link und kann sich sein Projekt direkt als interaktives 3D-Modell anschauen. Die räumliche Dimension verbessert die Darstellung dabei erheblich. So versteht der Klient die Umsetzung gleich viel besser und hat von Beginn an eine gute Kommunikationsbasis mit dem Architekten. Die vollständig digitalisierte Dokumentation und Abstimmung zwischen allen Projektpartnern reduziert Laufzeiten und verringert Projektkosten.

Was macht diese Kommunikationslösung denn so einzigartig?

Dominik: Auf den Punkt gebracht: die schnelle Visualisierung in Echtzeit, die Nutzerfreundlichkeit und die Teilbarkeit. Mit diesen Features sind wir europaweit der einzige Anbieter eines so leistungsfähigen Produktes und differenzieren uns hier ganz klar in punkto Darstellungsqualität. Perspektivisch ist Inzept3D noch unendlich erweiterbar, aktuell haben wir erst 10 Prozent der tatsächlichen Möglichkeiten realisiert.

Was war die Idee hinter diesem Produkt?

Dominik: Als Architekt und Geschäftsführer einer Agentur für visuelle Kommunikation habe ich immer wieder festgestellt, wie schwierig eigentlich die Kommunikation zwischen Architekten und Klienten ist. Abstimmungsprozesse ziehen sich unnötig in die Länge, gleichzeitig erhöhen sich der Zeit- und der Kostendruck im Projekt. So kam mir die Idee eine Plattform zu entwickeln, die die Kommunikation zwischen Architekten, Designer und Klienten verbessert.

Wie hat sich euer Start-up entwickelt?

Sascha: Dominik hatte bereits einen Entwickler an seiner Seite. Als Wirtschaftsingenieur bin ich dann mit meiner betriebswirtschaftlichen Perspektive im Team eingestiegen. Um die Idee bis zur heutigen Marktreife voranzutreiben, dauerte es zweieinhalb Jahre. In diesem Zeitraum wurde Inzept3D bereits vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dem Exist-Gründerstipendium und durch die Europäische Union mit dem Programm Start-Up Hochschulausgründung gefördert. Außerdem wurden wir mehrfach im Gründungswettbewerb Senkrechtstarter ausgezeichnet. Über das Netzwerk der Wirtschaftsförderung haben wir nun innerhalb kürzester Zeit auch einen Investor gefunden.

Und was würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Dominik: Unsere dringendste Empfehlung lautet: Holt euch so schnell wie möglich ein Feedback von euren Nutzern bzw. Kunden ein. Nur so wisst ihr, ob eure Leistung auch gefragt ist. Holt euch außerdem einen Betriebswirt! Ein Experte behält im Gründungschaos immer einen nüchternen Blick auf die Zahlen und lenkt rechtzeitig in die richtige Richtung. Zudem rate ich, Gründungswettbewerbe wie Senkrechtstarter mitzunehmen. Auch die Angebote der örtlichen Wirtschaftsförderung sind sehr hilfreich. Für uns hat das nochmal viel an lokaler Aufmerksamkeit und Vernetzung gebracht.

Mehr Infos gibt es unter https://inzept3d.com/.

Foto im Header: Grubenglück, Bochum